Der neue Schläger eines Physik-Professors wirbelt die Major League Baseball und ganz Amerika durcheinander. Der dickste Teil des Schlägers ist nicht mehr am Ende - sondern näher an den Händen. Dort, wo die meisten Spieler den Ball treffen.

Der Mann, der die Revolution angestoßen hat, heißt Aaron Leanhardt, genannt Lenny. Er ist studierter Elektroingenieur, hat am legendären Massachusetts Institute of Technology (MIT) außerdem einen Doktortitel in Physik erworben und als Professor gelehrt. Zwischendurch wirkte er an einer von der NASA finanzierten Studie mit, um herauszufinden, wie weit sich Natrium herunterkühlen lässt.

Jetzt stellt der 48 Jahre alte Leanhardt gerade die in ihren Traditionen so verhaftete, bereits seit 1871 professionell organisierte Baseball-Welt auf den Kopf. Er hat einen Schläger erdacht, der nur noch "Torpedo" genannt wird: Dessen dickster Teil ist nicht mehr am Ende - sondern näher an den Händen, dort, wo die meisten Spieler den Ball treffen. Die größte Trefferfläche liegt damit nun an ihrem sogenannten "sweet spot".

"... auch wenn es doof ausschaut"

Weil erst Leanhardt nach mehr als 150 Jahren aufgefallen ist, dass man das "barrel" (Fass) ja mal verschieben könnte, erlebt "America's favourite pastime", also des Landes liebster Zeitvertreib, eine Revolution. Im ganzen Land wird diskutiert. Zwischen der Richterwahl in Wisconsin und Cory Bookers 25-stündiger Rede im US-Senat ging sogar CNN zehn Minuten auf das Thema ein, samt Expertenrunde.

Leanhardt ist offensichtlich ein sehr guter Beobachter. Vor sieben Jahren verpflichtete ihn Rekordmeister New York Yankees für seine Analyse-Abteilung, sein besonderes Augenmerk galt dort den Schlagbewegungen der Spieler - eine Wissenschaft für sich. Im vergangenen Jahr dann kam die Erkenntnis: "Wir haben uns gedacht, wir stellen das Ding auf den Kopf, auch wenn es doof ausschaut."

Ist der "Torpedo" überhaupt zulässig?

Leanhardt ist seit diesem Jahr bei den Miami Marlins beschäftigt, mit seiner Erfindung aber schlagen derzeit vor allem die Yankees zu: In ihren ersten vier Saisonspielen gelangen ihnen 18 Homeruns. Und Aaron Judge, ihr Superstar, benutzt "El Torpedo" noch nicht mal. Spieler anderer Mannschaften haben sich mittlerweile neue Schläger bei ihren Ausrüstern bestellt - die Hölzer sind Maßanfertigungen.

Einen erhöhten Gesprächsbedarf hatte in den Tagen seit dem "opening day" am vergangenen Donnerstag auch MLB-Chef Rob Manfred. Frage: Ist der "Torpedo" überhaupt zulässig? Antwort: Ist er. Ein "bat" muss aus Holz sein, es darf maximal drei Pfund (1,4 Kilogramm) wiegen, 42 Inches (1,067 Meter) lang sein und einen Durchmesser von höchstens 2,61 Inches (6,6 Zentimeter) haben. Wo das Fass am dicksten ist, ist nicht festgelegt.

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