Red Bull sei aktuell nur das viertbeste Team der Formel 1, sagt Weltmeister Max Verstappen. Das befeuert Spekulationen über seine Optionen, bei ausbleibendem Erfolg aus seinem Vertrag aussteigen zu können. Dazu äußert sich jetzt Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.
Max Verstappen ist ordentlich in die Formel-1-Saison 2025 gestartet, belegt nach zwei Rennen inklusive eines Sprints Rang zwei der Fahrer-WM - nur acht Punkte fehlen zu McLarens Spitzenreiter Lando Norris. Mit der Performance seines RB21 ist Verstappen aber alles andere als zufrieden. Der Rückstand auf die McLaren-Boliden ist für den Serien-Champion alarmierend - und auch für die Red-Bull-Bosse.
Denn Verstappen darf Red Bull verlassen, wenn das Auto bestimmte leistungs- und ergebnisabhängige Parameter nicht erfüllt. Die Existenz einer solchen Exit-Option hat Chefberater Helmut Marko schon öfter bestätigt. Der bis 2028 vereinbarte Vertrag wäre dann Geschichte und Verstappen frei, sich ein neues Team zu suchen.
Soweit ist es gleichwohl noch nicht. "Wir müssen den RB21 wettbewerbsfähiger machen", räumte Marko im Interview mit RTL/ntv und sport.de zwar ein. Aber: "Nach derzeitigem Stand wird keine Ausstiegsklausel wirksam." Heißt: Platz zwei ist noch nicht 'schlecht genug' für Verstappen. Red Bull weiß allerdings, dass ein weiteres Abrutschen tabu ist. In der Konstrukteurswertung steht das Team aktuell auf Platz drei, der Niederländer erklärte seinen Rennstall jedoch kürzlich nur zur vierten Kraft. Hinter Dominator McLaren, hinter Mercedes und auch hinter Ferrari, das nach dem Großen Preis von China eine Disqualifikation beider Autos hinnehmen musste.
Verstappen allerdings hat keine Lust, der Spitze dauerhaft hinterherzufahren. Sollte ihm sein Team nicht das nötige Material liefern, "wird er sich halt Möglichkeiten suchen, wo er das bekommt", so Marko. Als Parameter für den Ausstieg sind etwa gewisse WM-Stände zu bestimmten Zeitpunkten der Saison denkbar. Das könnte zugleich erklären, warum Red Bull schon nach zwei Rennen Liam Lawson ins Schwesterteam Racing Bulls degradiert und Yuki Tsunoda von dort befördert hat.
Wie viel Fokus auf 2025 und wie viele Ressourcen für 2026?
Verstappen wird immer wieder bei Aston Martin gehandelt, wo seit März der langjährige Red-Bull-Designer Adrian Newey die aerodynamischen Fäden zieht. Aber auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff macht keinen Hehl daraus, die Verstappen-Lage genau zu beobachten. "Im Moment hoffe ich, dass das weit weg ist", kommentierte Marko die Berichte über Abwanderungsgedanken seines Schützlings. "Wir wollen diesen fünften Titel haben. Das ganze Team ist darauf fokussiert."
Red Bull sei allerdings in einer "schwierigen Situation", konstatierte der 81-Jährige. Zum einen müsse man unter dem geltenden Budgetdeckel das aktuelle Auto entwickeln und den Rückstand auf McLaren reduzieren. Zum anderen werfe 2026 mit dem neuen Motoren-Reglement schon seine Schatten voraus. "Wie verteilt man die Ressourcen?", stellte Marko die Frage, die alle Rennställe umtreibt.
Der Österreicher sieht McLaren auch in Suzuka "ganz klar vorne". Dahinter werde es eng. Mercedes sei im Vergleich zum Vorjahr "wesentlich beständiger geworden" und auch "Ferrari war mit Hamilton beim China-Sprint unglaublich wettbewerbsfähig". In Japan werde es von der Tagesform und den spezifischen Auto-Setups abhängen, "wer hinter McLaren das zweitstärkste Team ist", sagte Marko.
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