Champions League. Königsklasse. Der höchste Wettbewerb im europäischen Fußball. Auch im Frauenfußball. Doch die Rahmenbedingungen muten im Vergleich zu den Männern gelegentlich immer noch amateurhaft an. So wie beim Viertelfinale zwischen Real Madrid und Arsenal London. Die Spanierinnen gewannen das Hinspiel durch Tore von Linda Caicedo und Athenea del Castillo 2:0 (1:0). Im Anschluss stand aber vor allem der Austragungsort im Fokus.
Statt im berühmten Santiago Bernabéu fand die Partie im Alfredo-Di-Stéfano-Stadion statt. Starker Regen in Madrid hatte den Rasen in den Tagen zuvor in ein Schlammfeld verwandelt, was sich offensichtlich auf das Spiel auswirkte. Arsenals Leah Williamson rutschte vor dem ersten Tor von Real Madrid aus. Reals Melanie Leupolz erlitt ein Knieproblem, nachdem sie scheinbar in den Rasen getreten hatte. Die deutsche Mittelfeldspielerin musste mit einer offenbar schweren Verletzung unter Tränen ausgewechselt werden. Die Spielerinnen standen teilweise knöcheltief im Rasen.
Noch während der ersten Halbzeit äußerte sich Ian Wright auf Instagram zu den irregulären Bedingungen. „Das ist eine verdammte Schande, auf welchen Plätzen diese Frauen spielen müssen“, sagte der ehemalige Arsenal-Stürmer. Anton Toloui kritisierte nach dem Spiel auf X die Entscheidung, die Partie im Alfredo-Di-Stéfano-Stadion auszutragen. „Dieser Platz reicht kaum für eine Kreisliga, geschweige denn für ein Champions-League-Viertelfinale“, schrieb der Sky-Reporter. „Zu glauben, dass das in Ordnung sei, sendet folgende Botschaft: Uns ist die Sicherheit der Spielerinnen egal, uns ist die Qualität des Spiels egal. Eigentlich ist uns einfach alles egal.“
Die Professional Footballers‘ Association (PFA) teilte die Kritik an den Platzverhältnissen. Ein Sprecher erklärte nach der Partie gegenüber Sky: „Solche Plätze beeinträchtigen nicht nur die Qualität des Spiels, sondern gefährden auch die Sicherheit der Spielerinnen. Weltklasse-Spielerinnen verdienen Weltklasse-Standards. Es ist ihr gutes Recht, Besseres zu erwarten.“
Reals Präsident stellt Bedingung
Real Madrid hatte sich im Vorfeld dagegen entschieden, das Frauen-Spiel gegen Arsenal im neuen Santiago Bernabéu auszutragen. Dabei hätte der Spielkalender der Männer dies zugelassen. Die Profis von Carlo Ancelotti haben seit dem 9. März nicht mehr in der hochmodernen Arena gespielt, die über ein einziehbares Dach und verfügt. Das nächste Heimspiel der Männer findet sogar erst am 29. März statt.
Leupolz verriet vor dem Viertelfinale gegen Arsenal die einzige Bedingung, unter der die Frauenmannschaft im Bernabéu spielen dürfe. Laut „Sports Illustrated“ hätten die deutsche Nationalspielerin und einige Mitspielerinnen Florentino Pérez gefragt, wann die Frauen ihre Heimspiele im Bernabéu austragen dürften. Die Antwort des nächtigen Vereinspräsidenten: „Wenn ihr euren ersten Titel gewinnt.“
Auf die Entscheidung, das Santiago Bernabéu nicht zu nutzen, angesprochen, sagte Arsenals Co-Trainerin Renee Slegers: „Es liegt nicht an mir, das zu kritisieren. Das ist offensichtlich eine Entscheidung des Vereins, und ich bin sicher, dass die Uefa versucht, die besten Bedingungen für das Turnier zu schaffen.“ Arsenals Trainerin schob noch eine Forderung hinterher: „Ich denke, das ist der nächste Schritt, den der Frauenfußball machen muss.“ Das Rückspiel findet am 26. März im Emirates Stadium in London statt.
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