Sie liefen in besonderen Trikots auf. In neongelben, so wie es jene Spieler taten, die vor 30 Jahren erstmals in der Geschichte von Borussia Dortmund den Meistertitel holten. Matthias Sammer und Lars Ricken, die in der Spielzeit 1994/95 zur BVB-Mannschaft zählten, saßen am Samstag auf der Tribüne im Dortmunder Stadion.

Und sie mussten mit anschauen, wie sich ihre Nachfolger daheim blamierten – und dem FC Augsburg 0:1 (0:1) unterlagen. Es war die zehnte Saisonniederlage, dazu kommen fünf Unentschieden. Dortmund hat nach nun mehr 25 Spieltagen nicht mal die Hälfte aller Spiele siegreich für sich gestalten können. Unter dem kürzlich erst verpflichteten Trainer Niko Kovac verlor der BVB drei von fünf Bundesliga-Spielen, darunter zwei von drei Heimspielen. Der Klub liegt mit 35 Punkten auf Platz zehn, mit sieben Zählern Rückstand auf einen Champions-League-Platz.

Im Anschluss an die Partie, die durch einen Kopfballtreffer von Jeffrey Gouweleeuw (23. Minute) entschieden wurde, vorüber war, wurde es laut im Stadion des BVB. Es gab ein gellendes Pfeifkonzert. Als die Spieler zur legendären Südtribüne gingen, bekamen sie den Frust des Anhangs zu spüren. Die Fans schimpften, winkten ab – und schickten die Spieler weg.

„Es ist nicht gut genug für uns“, sagt Nationalspieler Schlotterbeck

Emre Can, der Kapitän des BVB, zeigte Verständnis dafür. „Den Fans kann man auf keinen Fall etwas vorwerfen. Wir sind gefragt“, sagte der Abwehrspieler gegenüber Sky. Die Mannschaft hätte gerade in der ersten Halbzeit ohne Energie gespielt, ergänzte er. Schrecklich sei das gewesen. „Wir müssen ein anderes Bild abgeben. Aber das habe ich schon oft gesagt. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Es tut weh. Wenn ich Lösungen wüsste, würde ich sie sagen.“

Nach zuletzt zwei Siegen in der Bundesliga – 6:0 gegen Union Berlin und 2:0 gegen St. Pauli – hatten sie Hoffnung geschöpft beim BVB. Hoffnung auf bessere Zeiten. Doch es fehlt an Konstanz. „Wir sind keine Top-Mannschaft“ fuhr Emre Can am Samstag fort. „Ich weiß nicht, ob wir es verdienen, unter die ersten Vier zu kommen, geschweige denn unter die ersten Sechs. Wenn wir so weitermachen, wird es eine schreckliche Saison für uns. Das hat nichts mit Fitness zu tun, sondern mit der Einstellung.“

Klare Worte. Auch Nico Schlotterbeck wurde deutlich. Er sprach von fehlender Qualität, wenn man es nicht schaffen würde, konstant zu spielen. „Wir kriegen es nicht hin, unsere Qualität abzurufen. Das muss man leider sagen, es ist nicht gut genug für uns.“

Zur Halbzeit hatte Sky-Experte Dietmar Hamann der Dortmunder Mannschaft schon Magerkost attestiert. „Sie fangen da an, wo sie gegen Lille aufgehört haben. Das ist zu wenig.“ Gegen OSC Lille hatte der BVB am vergangenen Dienstag Achtelfinal-Hinspiel der Champions League nach einer guten ersten Hälfte nur 1:1 gespielt – und wieder Rätsel aufgegeben. Das Rückspiel steigt am kommenden Mittwoch (21 Uhr/DAZN).

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke