In der Sport-Welt ist es ein Dauerthema: Wie soll mit russischen und belarussischen Athleten umgegangen werden? Das finnische Fernsehen geht einen deutlichen Schritt. Bei FIFA und UEFA deutet sich langsam Bewegung an.

Der öffentlich-rechtliche finnische TV-Sender YLE boykottiert wegen des anhaltenden russischen Angriffskrieges in der Ukraine das Länderspiel der finnischen Fußballerinnen in der Nations League gegen Belarus. "Wir haben einen Nachbarn, der einen Angriffskrieg führt - und Belarus ist sein Verbündeter", sagte Sportchef Joose Palonen der Zeitung "Ilta-Sanomat".

Die Sache sei "sorgfältig geprüft" worden. "Das war eine ganz außergewöhnliche Entscheidung, die jedoch mit einer sehr außergewöhnlichen Situation zusammenhängt. Wir haben eine sehr hohe Schwelle dafür, ein Ereignis nicht zu zeigen", betonte Palonen.

Das Spiel findet am Freitag (17.00 Uhr) auf neutralem Platz in Italien statt. Laut Palonen haben auch die Spielerinnen wenig Lust, gegen Belarus anzutreten. Sie müssten es tun, weil die UEFA mit Punktabzügen drohe. "Finnland hatte Pech bei der Auslosung", sagte er. Marco Casagrande, Generalsekretär des finnischen Verbandes, sprach von einer "peinlichen" Situation. Zu sehen sein wird das Duell der Finninnen in deren Heimat übrigens dennoch: Der finnische Verband zeigt es auf seinem YouTube-Kanal.

FIFA-Boss Infantino hofft auf Russen-Rückkehr

Das Thema Russland treibt auch die Verbände FIFA und UEFA um. Deren Präsidenten Gianni Infantino und Aleksander Ceferin haben bei einem möglichen Kriegsende eine rasche Rückkehr russischer Fußballmannschaften in Aussicht gestellt. "Es laufen Gespräche für Frieden in der Ukraine", sagte Infantino: "Ich hoffe, dass wir bald zum nächsten Schritt gehen und Russland zurück auf die Fußball-Landkarte bringen können. Denn das würde heißen, dass alles überwunden ist." Man könne den Fußball nutzen, "um Menschen und Länder zusammenzubringen".

Er habe in jüngerer Vergangenheit bereits "oft" über die Wiedereingliederung russischer Teams gesprochen, sagte Ceferin auf dem UEFA-Kongress in Belgrad zu den Journalisten: "Ich wiederhole es immer wieder. Auch wenn ich es wiederhole, habt ihr eure Zweifel. Wenn der Krieg aufhört, werden sie wieder zugelassen." Er gehe davon aus, dass im Fall der Fälle "zusammen" mit dem Weltverband FIFA eine Entscheidung über die Rückkehr russischer Teams auf die internationale Bühne getroffen werde.

Im UEFA-Dunstkreis waren jüngst vermehrt Stimmen zu vernehmen, die trotz des andauernden Angriffskrieges gegen die Ukraine auf eine Rückkehr der Russen drängen. Unter anderem DFB-Präsident Bernd Neuendorf hält davon zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts. Er hoffe aber "wie alle anderen, dass man in absehbarer Zeit in Friedensverhandlungen eintreten kann und sich die Situation grundlegend ändert", sagte Neuendorf: "Dann ist sicherlich auch eine Möglichkeit da, über die Aufhebung von Sanktionen zu sprechen."

Doch "solange das nicht der Fall ist", sehe er für eine Rückkehr "keine Möglichkeit", so der DFB-Präsident. Auch Infantino hatte Anfang März betont, dass Frieden in der Ukraine für Russland die Tür in den Weltfußball wieder öffnen könnte. "Wir freuen uns auf den Moment, an dem alle Länder der Welt wieder Fußball spielen können", hatte der FIFA-Boss damals gesagt: "Wenn der Fußball eine kleine Rolle spielen kann, sobald Frieden herrscht, dann werden wir natürlich unsere Rolle spielen."

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