Er ist viel früher zurück auf dem Platz, als alle gedacht haben, und will in dieser Saison noch fünf Titel gewinnen, zwei davon in München: die Champions League mit dem FC Barcelona und die Nations League mit der Nationalmannschaft.

Im „Bild“-Podcast „Phrasenmäher“ spricht Marc-André ter Stegen über seine Karriere, die Trennung von seiner Frau Daniela und über seine schwere Verletzung, die ihn seit vielen Monaten vom Fußballspielen abhält. Am 24. September fing der 32-Jährige eine Ecke gegen Villarreal ab, verdrehte sich bei der Landung das Knie und riss sich die Patellasehne. Ursprünglich sollte ter Stegen acht Monate ausfallen.

Ter Stegen über ...

... den Moment der Verletzung: „Das Erste, was ich gefühlt habe, war ein Ziehen im Oberschenkel. Der Schmerz schoss durch den ganzen Körper. Als ich dann runtergesehen habe, wusste ich sofort, dass es nicht nur etwas am Oberschenkel ist. Mein Knie war in einer ganz anderen Position als es sein sollte und da war klar, dass man es nicht einfach so zurückdrehen kann. Dass die Fans von Villarreal, die Gegenspieler und Mitspieler applaudiert haben, als ich vom Platz getragen wurde, hat mir viel bedeutet. Das hat mir gezeigt, welchen Stellenwert ich hier habe.“

... sein baldiges Comeback: „Ich bin nach sechs Monaten ins Mannschaftstraining eingestiegen, fühle mich körperlich fit wie nie und bin voller Energie. Ich habe ein super Team um mich herum, halte jede Belastung gut aus und bin hungrig darauf, bald zu spielen – ohne ein genaues Datum im Kopf zu haben. Wenn ich die Belastungen mit Passformen und alle Teile des Mannschaftstrainings jetzt gut meistere, werde ich den Trainer schon mal anpieksen, damit er weiß, dass ich bereit bin.“

... das anstehende Champions-League-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund: „Dortmund ist immer unangenehm. Egal, in welchem Zustand sie sind. Wir wissen, dass sie sehr gefährlich sein können, trotzdem gilt es, sie zu schlagen und ich denke, dass das für uns zu 100 Prozent möglich ist. Für mich selbst kommen die Spiele noch zu früh.“

... die Meldung des katalanischen Staatsfunks Anfang März, der behauptete, dass der Grund für die Trennung eine Affäre seiner Frau Daniela gewesen sein soll: „Was dort berichtet wurde, war völlig inakzeptabel. Ich finde es dramatisch, dass so etwas einfach behauptet wird. Die Person, die das am meisten betroffen hat, war natürlich Dani und mir tat es unfassbar leid, weil sie das nicht verdient hat. Das ist komplett respektlos, und ich finde es verrückt, dass diese Personen keine Scham hatten, so eine Grenze zu überschreiten – zumal wir Kinder haben.“

... die Entschuldigung die Redakteure der Radioshow: „Das ist schon mal der erste kleine Schritt in die richtige Richtung. Dass wir sehr viel positives Feedback auf unsere Reaktion bekommen haben, macht mich aber nicht glücklicher. Am Ende war es völlig unangebracht. Es ist nach wie vor irreparabel.“

... das Verhältnis zu seiner Frau: „Die Zeit, die wir zusammen hatten, wird immer da sein. Wir haben zwei fantastische Kinder und sind dabei, den richtigen Weg für die neue Situation zu finden. Dani und die Kids leben weiter hier. Im Moment wohnen wir fünf Minuten voneinander entfernt, das ist natürlich perfekt für mich. Ich sehe die Kinder jeden Tag und so lange das so ist, bin ich der glücklichste Mensch, den es gibt.“

... die extrem jungen Mitspieler und Weltstars in Barcelona wie Lamine Yamal (17), Pedri (22) oder Pau Cubarsi (18): „Früher hat Martin Stranzl in Gladbach zu mir gesagt, dass er mein Vater sein könnte. Jetzt könnte ich das fast über die Jungs sagen.“ Problematisch sei das nicht: „Es ist gar nicht schwer, die Jungs sind alle total klar. Wenn ich allein sehe, wie fokussiert Pedri ist – ein Phänomen.“

... den Vergleich zwischen Yamal und Lionel Messi: „Puh, ihn mit Leo zu vergleichen ist ungerecht, auch Leo gegenüber. Ich hoffe, dass er eine ähnlich erfolgreiche Karriere hinlegen kann. Für mich ist extrem wichtig zu sehen, wie unbekümmert Lamine weiter ist und dass er das macht, was er machen muss – er bleibt total auf dem Boden. Wenn man so ein Talent hat, geht es darum, sich immer wieder neu zu erfinden. Er ist gerade erst am Anfang, hat jetzt schon einen Riesentitel gewonnen – das sollte ihm den Hunger geben, weiter Titel zu sammeln und dieses Gefühl dauerhaft zu erleben. Das muss der Antrieb sein.“

... welche Entscheidung pro Manuel Neuer ihn in der Nationalmannschaft am härtesten getroffen hat: „Die Entscheidung vor der WM 2018 hat mich am härtesten getroffen. Ich habe fast alle Spiele gemacht, das war bis dahin mein bestes Jahr. Für mich war das in dem Moment nicht gerecht.“

... seine Gefühle, als ihm Neuer von Bundestrainer Julian Nagelsmann auch 2024 bei der EM vorgezogen wurde: „Julian ist als Typ gerade raus, genau so bin ich auch. So wie er es mir erklärt hat, war es für ihn keine leichte Entscheidung. War ich glücklich darüber? Sicher nicht! Ich habe gesagt, dass ich das respektiere – aber eine andere Meinung habe. Das heißt aber nicht, dass ich ihn deswegen weniger schätze. Julian war und ist immer sehr ehrlich. Dementsprechend habe ich eine Riesen-Vorfreude auf alles, was bei der Nationalmannschaft jetzt kommt.“

... Rücktrittsgedanken in Sachen Nationalelf: „Natürlich denkst du dann auch mal darüber nach, ob du dir das noch antun willst. Auf der anderen Seite spielst du für dein Land, bist stolz, Deutscher zu sein und die Nationalmannschaft repräsentieren zu können. Von daher: Hätte ich aus der Emotion heraus entschieden, hätte ich vielleicht schon mal gesagt: jetzt reicht's mir. Aber ich bin niemand, der aus der Emotion heraus entscheidet und das ist auch gut so. Ich bin mit voller Vorfreude auf das, was jetzt kommt. Julian Nagelsmann hat einen super Weg gefunden, die Mannschaft zusammenzustellen. Das ist einfach ein geiles Team, mit dem wir maximal erfolgreich sein wollen.“

... seine geheime Leidenschaft: „Ich habe vor Kurzem angefangen, Piano zu spielen, nehme richtig Unterricht und mache da auch Hausaufgaben. Das Schöne ist, dass man das Handy mal komplett weglegt und du dich nur auf einen Moment konzentrierst. Ich habe selten so abgeschaltet – Weltklasse.“

... den Trainer, dem er immer dankbar sein wird: „Das ist Lucien Favre, der mir in Mönchengladbach mit 18 Jahren in einer Phase, als sich das viele nicht getraut hätten, das Vertrauen geschenkt hat und mich beim Derby in Köln mitten im Abstiegskampf aufgestellt hat. Das behalte ich für immer im Herzen. Das Trikot von dem 5:1-Sieg habe ich auch heute noch zu Hause.“

... seine glücklichsten Karriere-Momente: „Gerade in den Momenten, in denen ich einen großen Titel gewonnen habe, habe ich eine unglaubliche Ruhe gespürt, die mich total ausfüllt. So, als wenn alles auf einmal ganz leise ist und alles von dir abfällt. Das war bei der Rettung in der Relegation mit Gladbach so und auch nach dem Champions-League-Sieg 2015 in Berlin. In dieses Gefühl möchte ich immer wieder kommen.“

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