Die Deutsche Bahn lässt bauen und sanieren und zahlt einen vorher bekannten Betrag? Nein, denn oft wird Material teurer, Arbeiten ziehen sich hin oder es gibt Änderungswünsche. Dann stehen saftige Nachforderungen an. Einem Bericht zufolge in mehr als 10.000 Fällen. Ein Milliardenbetrag wird wohl fällig.
Die Deutsche Bahn sieht sich mit hohen Nachforderungen von Bauunternehmen konfrontiert. Das zeigt laut "Spiegel" eine interne Statistik des Staatskonzerns. Demnach waren im Dezember 10.172 Nachträge im Wert von knapp 2,5 Milliarden Euro in Prüfung. Zwei Jahre zuvor hatte die Summe noch bei 1,6 Milliarden Euro gelegen. Nachträge entstehen, wenn Bauverträge im Nachhinein geändert oder ergänzt werden müssen.
Das kann an Planungsfehlern liegen, aber auch an teureren Materialien oder längeren Arbeitszeiten durch schlechtes Wetter. Eine Bahn-Sprecherin wollte die Zahlen nicht kommentieren, nannte jedoch "Nachträge bei komplexen Bauvorhaben wie bei der Bahn üblich". Zudem habe man 2024 "so viel gebaut wie noch nie". Das habe, neben der Inflation, die Nachforderungen steigen lassen.
Gewöhnlich wird nicht jeder Nachtrag bewilligt, im Schnitt dürften aber rund 70 Prozent der Nachforderungen erfolgreich sein. Die Bearbeitungszeit der Verfahren lag laut "Spiegel" zuletzt bei fast vier Monaten (110 Tagen). Ziel ist es, die Dauer auf 95 Tage im Schnitt zu reduzieren. Die Nachforderungen bedeuten finanzielle Risiken, gerade angesichts der Rekordsummen, die der Konzern in den kommenden Jahren für die Netzsanierung ausgeben will.
Zuletzt war es bei der Erneuerung der sogenannten Riedbahn zu erheblichen Kostensteigerungen gekommen. Das Projekt hatte die Bahn mit einer aufwendigen Werbekampagne und einer Doku-Serie begleitet. Auch diese kostete mit rund 1,9 Millionen fast doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Die Bahn äußerte sich dazu nicht. Positiv: Die Bahn konnte im Februar auf der Strecke im Nahverkehr ein Pünktlichkeitsplus von 20 Prozent gegenüber dem Februar 2024 verzeichnen.
Allein für die Modernisierung des Bestandsnetzes, die Sanierung wichtiger Korridore, die Grundlagen für die Digitalisierung sowie für kleine und mittlere Maßnahmen beläuft sich der Finanzbedarf bis 2034 auf rund 80 Milliarden Euro, teilte der Aufsichtsrat der Bahn Mitte März mit. Kämen Aus- und Neubau dazu, wäre fast die doppelte Summe - nämlich 150 Millionen Euro - nötig.
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