Auf den Heard- und McDonaldinseln nahe der Antarktis leben größtenteils Pinguine und Robben. Menschen gibt es dort keine. Trotzdem erhebt die Trump-Administration nun Zölle. Es sind nicht die einzigen Inseln, die sich über besondere Aufmerksamkeit des US-Präsidenten wundern.
Donalds Trumps Zoll-Rundumschlag trifft selbst die abgelegensten Orte - so auch die Heard- und McDonaldinseln im südlichen Indischen Ozean, auf denen kein Mensch wohnt. Die Inselgruppe, die australisches Außengebiet ist, muss nun 10 Prozent Zölle auf Exporte zahlen. Die letzten Menschen, die die zweiwöchige Bootsreise zu den Inseln auf sich genommen haben, sollen vor rund zehn Jahren dort gewesen sein. Auf den Inseln leben größtenteils Pinguinen, Seeroben und Vögel.
Auf der Liste des offiziellen Accounts des Weißen Hauses auf X sind die Inseln unabhängig von Australien geführt. Zu dieser Gruppe externer Territorien gehört auch die Norfolkinsel, auf der 2188 Menschen wohnen. Sie erhielt laut Liste sogar einen knackigen Zoll-Aufschlag von 29 Prozent und liegt damit 19 Prozentpunkte über dem australischen Zollsatz. "Kein Platz auf der Erde ist sicher", kommentierte Australiens Premierminister Anthony Albanese Trumps Zollentscheidung.
2023 exportierte die Norfolkinsel laut Observatory of Economic Complexity Waren im Wert von rund 650.000 Dollar nach Amerika. George Plant, Verwalter der Insel, sagte dem "Guardian" jedoch: "Es gibt keine bekannten Exporte von der Norfolkinsel in die Vereinigten Staaten und keine Zölle oder bekannten nicht-tarifären Handelshemmnisse für Waren, die auf die Norfolkinsel kommen." Ein Sprecher der Insel sagte SBS gegenüber, die Verwaltung habe sich bestätigen lassen, dass man entgegen der Liste nur zehn Prozent zahlen müsse - so wie der Rest von Australien.
Bei einer Pressekonferenz zeigte sich Albanese verwundert über den möglichen Extra-Aufschlag, den die Insel bekam: "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Norfolkinsel ein Handelskonkurrent für die riesige Wirtschaft der Vereinigten Staaten ist", sagte der Premierminister. Trumps Entscheidung sei "etwas unerwartet und ein bisschen seltsam". Reuters zufolge nahmen die Bewohner der Insel den ordentlichen Zoll-Aufschlag mit einer Mischung aus Amüsement und Verwirrung auf.
Auch die Exporte aus den unbewohnten Heard- und McDonaldinseln sorgen für Verwirrung. Laut Exportstatistik der Weltbank importierte die USA 2022 Produkte im Wert von über einer Million Dollar von den unbewohnten Inseln. Beinahe alle davon sind unter der Kategorie "Maschinen und Elektrogeräte" gefasst. In den Vorjahren rangierte die Höhe der Exporte zwischen 15.000 und 300.000 Dollar pro Jahr. Wie genau die Zahlen zustande kommen, ist noch unklar.
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