Blutet die deutsche Fahrzeugindustrie aus? Das befürchtet Experte Dudenhöffer angesichts der XXL-Zölle Trumps auf Kfz-Importe. Die Importgebühren erstrecken sich auch auf Autoteile und Computer - Waren im Wert von fast 600 Milliarden Dollar.
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten pauschalen Zölle auf Auto-Importe in Höhe von 25 Prozent sind in Kraft getreten. Die Aufschläge auf im Ausland hergestellte Autos und leichte Nutzfahrzeuge gelten seit Mitternacht Ortszeit und 6 Uhr unserer Zeit.
Die Autozölle werden jährlich Fahrzeuge und Autoteile im Wert von fast 660 Milliarden Dollar betreffen. Zudem erstrecken sich die Importgebühren auch auf alle Computer. Das geht aus einer Analyse von Zollcodes hervor, die am Mittwoch in einer Bekanntmachung des Bundesregisters veröffentlicht wurde.
Spätestens am 3. Mai fallen einer Mitteilung des Bundesregisters zufolge auch Autoteile unter die Zölle. Die Liste enthält Zolltarifnummern für Motoren, Getriebe, Lithium-Ionen-Batterien und andere wichtige Komponenten. Betroffen sind auch Teile wie Reifen, Stoßdämpfer, Zündkerzen und Bremsschläuche.
Unerwartet ist die Aufnahme von Computern in die Liste. Nach amtlichen Angaben zählten Computer im vergangenen Jahr mit einem Wert von 138,5 Milliarden Dollar zu den größten Importkategorien. Das Präsidentenbüro hat zudem das Handelsministerium angewiesen, innerhalb von 90 Tagen ein Verfahren einzurichten, mit dem einheimische Hersteller beantragen können, dass weitere Teile in die Zolltarifliste aufgenommen werden.
Experte: Weitere Jobs werden wegfallen
Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer werden die Zölle zu einem Ausbluten der deutschen Autoindustrie führen. "Die Industriestruktur wird sich verändern. Sobald sich die Autoindustrie aus Deutschland zurückgezogen hat, kommt sie auch nicht mehr zurück", sagte er Ende Februar im Interview mit ntv.de.
"Sobald sich die Autoindustrie aus Deutschland zurückgezogen hat, kommt sie auch nicht mehr zurück. Selbst dann nicht, wenn die Zölle wieder abgeschafft werden", so Dudenhöffer. In der deutschen Automobilindustrie arbeiteten heute rund 780.000 Menschen, schon bald könnten es nur noch 500.000 sein. "Dieser Industriezweig blutet aus."
Die Zölle würden vor allem Porsche zusetzen, so Dudenhöffer weiter. Das Unternehmen setze 30 bis 40 Prozent seiner Autos in den USA ab. "Die Zölle in Höhe von 25 Prozent kann sich der Autobauer nicht leisten." Porsche werde nichts anderes übrig bleiben, als die Preise um 10 oder 20 Prozent zu erhöhen und zu versuchen, den Rest selbst zu kompensieren. "Um das Volumen zu halten, wird der Autobauer Verluste machen. Das Gleiche gilt für Audi, Volkswagen und größtenteils auch für Mercedes und BMW."
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