Der US-Präsident will sein Land durch Abschottung zu wirtschaftlicher Prosperität führen. Bezahlen müssen das zunächst die US-Verbraucher. Letztlich schade sein Kurs der weltweiten Wertschöpfung, warnt VDA-Chefin Müller.

Die Präsidentin des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, hat die neueste Zoll-Ankündigung von Donald Trump als einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt bezeichnet. "Es ist die Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung - und somit die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt. Das ist kein America first, das ist America alone", erklärte die VDA-Präsidentin in einer Mitteilung des Verbandes.

Der Protektionismus der USA werde nur Verlierer produzieren, sagte Müller weiter und fügte hinzu: "Vor allem betroffen sind Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA, bei denen sich die Auswirkungen der zusätzlichen Zölle über eine steigende Inflation sowie eine geringere Produktauswahl direkt bemerkbar machen werden." Zölle dieser Art reduzierten zudem den Innovationsdruck für US-Unternehmen und würden deren internationale Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig schwächen.

Der VDA-Chefin zufolge stellen die angekündigten Maßnahmen eine massive Belastung sowohl für die Unternehmen als auch die globalen Lieferketten der Automobilindustrie dar. "Die Folgen der 25-Prozent-Zölle, die ab dem 3. April mindestens auf Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und bestimmte Autoteile erhoben werden, sind noch schwer einzuschätzen", so Müller. Klar sei allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben werde und auch Arbeitsplätze koste.

Chemieindustrie warnt vor Handelskrieg

Erneut forderte Hildegard Müller, dass die EU nun geschlossen stark auftreten müsse, aber gleichzeitig die Bereitschaft zu Verhandlungen signalisieren solle: "Die EU kann und muss dabei selbstbewusst agieren und alle Optionen auf den Tisch legen", sagte die VDA-Präsidentin. Beispielsweise müsse die Geschwindigkeit und Entschlossenheit beim Abschluss von Freihandelsabkommen massiv erhöht werden. "Mit möglichst vielen Regionen in der Welt müssen hier konkrete Ergebnisse erzielt werden. Die EU muss jetzt Verfechter für den freien und fairen globalen Handel sein. Deutschlands und Europas Wirtschaft benötigt starke Allianzen und belastbare Netzwerke", so Müller. Die EU könne sich jetzt als verlässlicher Partner positionieren.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnte vor übereilten Reaktionen. "Jetzt gilt es für alle Beteiligten, einen kühlen Kopf zu bewahren", erklärte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große "Eine Eskalationsspirale würde den Schaden nur vergrößern." Deutschland dürfe "nicht zum Spielball eines ausufernden Handelskrieges werden", fuhr der VCI-Hauptgeschäftsführer fort. Die Europäische Union müsse in ihrer Reaktion "flexibel und im engen Dialog mit Washington" bleiben. Das Ziel müsse eine "beidseitig faire Lösung" für Europa und die USA sein. Der VCI vertritt Unternehmen wie Bayer und BASF.

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber schrieb auf X, Europa sei "geeint" und "bereit, seine Interessen zu verteidigen". Gleichzeitig sei man "offen für faire" Gespräche. "Wir wollen einen guten Deal mit den USA", so Weber. "Ohne Verlierer - nur Gewinner."

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