Erst in der Verlängerung des Halbfinal-Rückspiels der Copa del Rey scheitert Real Sociedad San Sebastian am Favoriten Real Madrid. Die Umstände sorgen beim Trainer des Außenseiters allerdings für Verstimmungen.
Für gewöhnlich ist es Real Madrid, das seinen Ärger über Schiedsrichterleistungen in die Welt hinausschreit. Über den "Höhepunkt eines völlig diskreditierten Schiedsrichtersystems" hatten die Königlichen jüngst geschimpft, "dessen Entscheidungen gegen Real Madrid einen Punkt erreicht haben, an dem die Verfälschung und Manipulation des Wettbewerbs nicht mehr ignoriert werden kann." Nach dem Halbfinalrückspiel des spanischen Pokals gegen Real Sociedad San Sebastian war es jedoch der Trainer des Gegners, der sich ärgerte.
Imanol Alguacil sprach darüber, dass Madrids Einzug ins Endspiel von einer offensichtlichen Fehlentscheidung der Schiedsrichter begünstigt worden sei. "Wir sind ausgeschieden, weil sie Hilfe in einem Bereich hatten, der neutral sein muss", sagte er nach dem aufregenden 4:4 (3:4, 3:4, 1:1)-Unentschieden nach Verlängerung, das Madrid aufgrund des 1:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel zum Weiterkommen gereicht hatte.
Alguacil meinte damit den Treffer von Aurelien Tchouameni zum zwischenzeitlichen 3:3 in der 86. Minute - und die Schiedsrichter-Entscheidung, die diesem vorausging. Der Franzose köpfte nach einer Ecke ein, die aus einer Abseitsstellung von Kylian Mbappé entstanden war. "Es ist Abseits, und das wird immer gepfiffen. Ich weiß nicht, warum es dieses Mal nicht so war …", sagte Alguacil. "Mir ist völlig klar, dass sie das Tor nicht gegeben hätten, wenn es im anderen Strafraum passiert wäre."
"Sie haben es nicht gepfiffen, und das war's"
Auch Real Sociedads Angreifer Mikel Oyarzabal, der mit seinem Treffer zum 4:3 für den Außenseiter die Verlängerung erzwungen hatte, machte einen entscheidenden Fehler aus: "Für mich steht Mbappé beim dritten Tor von Real Madrid im Abseits." Schon auf dem Feld unmittelbar vor dem Eckball hatte es große Proteste gegeben.
In der Sportzeitung "AS" bestätigte der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Eduardo Iturralde González einerseits die Eindrücke von Alguacil und Oyarzabal: "Mbappé, der sich einer Abseitsposition befindet, könnte den Verteidiger von Real Sociedad behindern." Er erklärte auch, warum der Videoassistent nach dem Tor nicht mehr eingreifen konnte: Die Ecke nach der Abseitsstellung wird als neuer Spielzug gewertet, weshalb der irreguläre Vorteil von Mbappé keine Rolle mehr für die Frage spielt, ob es sich um ein reguläres Tor handelt.
"Sie haben es nicht gepfiffen, und das war's", sagte Real-Sociedad-Trainer Alguacil. Ein Abschluss, den Real Madrid wohl kaum gewählt hätte, wenn die Szene mit vertauschten Rollen stattgefunden hätte. Schließlich hatten die Madrilenen in den vergangenen Wochen immer wieder gegen die Schiedsrichter gepoltert und von "seltsamen Dingen" fabuliert, "die jeder gesehen hat". Javier Tebas, Präsident der spanischen Liga, hatte daraufhin resümiert, die Real-Bosse hätten "den Verstand verloren" und "eine Opfergeschichte aufgebaut".
Alguacil dagegen richtete nach seiner Schiedsrichter-Kritik den Fokus lieber auf seine Mannschaft, deren Leistung an diesem nervenaufreibenden Abend "in meinem Herzen bleibt". Trotz des Treffers von Antonio Rüdiger, der in der 115. Minute mit dem Ausgleich zum 4:4 das Elfmeterschießen abwendete und dafür sorgte, dass Madrid zum 41. Mal im Pokalfinale steht und dort nach dem 21. Triumph in der Copa del Rey greift.
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