Die Regionalliga West droht endgültig im Chaos zu versinken. Mit Türkspor Dortmund hat die erste Mannschaft bereits zurückgezogen, dem 1. FC Düren laufen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Spieler davon. Auch beim KFC Uerdingen wird es eng.
Der Wuppertaler SV hat in seiner wechselhaften Geschichte schon viel erlebt. Mitte der 1970er-Jahre spielte er drei Saisons in der Fußball-Bundesliga, danach kurz in der zweiten Liga und lange in der dritten. Inzwischen ist der WSV in der viertklassigen Regionalliga West angekommen und muss als Tabellenletzter den Abstieg in die Oberliga fürchten. Im Kampf um den Klassenerhalt steht Wuppertal jetzt aber vor einer Situation, die selbst für einen solchen Traditionsklub gänzlich neu sein dürfte: Der nächste Gegner, der 1. FC Düren, steht seit wenigen Stunden ohne Mannschaft da.
Zu Wochenbeginn wurde das Insolvenzverfahren gegen Düren eröffnet, der Verein hatte dieses selbst beantragt. Daraus folgte unmittelbar der Schritt, der jetzt nach leeren Kassen auch für leere Bänke in der Kabine sorgt. "Es gab die Möglichkeit, dass alle Spieler des Regionalliga-Kaders ihre Verträge mit sofortiger Wirkung kündigen", zitiert der "Reviersport" den spielenden Sportdirektor Adam Matuschyk: "Davon haben die Spieler Gebrauch gemacht." Auch Matuschyk, früher selbst Profi in Köln, Düsseldorf und Braunschweig, nutzte diese Option, genauso wie Cheftrainer Kristopher Fetz.
Der "Aachener Zeitung" sagte Matuschyk, dabei gehe es "für alle nur noch um finanzielle Schadensbegrenzung". Nur mit einer fristlosen Kündigung bestehe demnach die Chance, alle bislang nicht gezahlten Gehälter der vergangenen Monate nachträglich aus dem Insolvenzgeld zu erhalten. "Ich hätte gerne bis zur letzten Sekunde um jeden Punkt gekämpft", sagte Matuschyk dem "Kicker" zufolge. "Es ist ein komisches Gefühl, ab morgen kein Angestellter des 1. FC Düren mehr zu sein."
Auf den 1. FC Düren folgt der KFC Uerdingen
Die Massenkündigung soll außerdem die Chance erhöhen, den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison aufrechtzuerhalten. So ist laut "Kicker" die Summe, "um den April zu finanzieren, erheblich geschrumpft" - bislang hieß es, dass dafür 100.000 Euro aufgetrieben werden müssten. Ob das gelingt, zeigt sich spätestens am Freitag. Bis dahin muss einerseits die verbleibende finanzielle Lücke geschlossen sein und andererseits ein Aufgebot für das Auswärtsspiel in Wuppertal benannt werden.
Die naheliegende Option ist, einen Not-Kader aus zweiter Mannschaft und U19 zu bilden. Düren II steht in der Landesliga Mittelrhein auf einem Mittelfeldplatz, die U19 ist Vierter in der Mittelrheinliga. "Wir sind in Gesprächen und bereiten uns auf alle Eventualitäten vor", sagte Düren-II-Trainer Luca Lausberg der "Aachener Zeitung", seinen Spielern winkt jetzt überraschend das Debüt in der Regionalliga. Sportlich dürften sie dort allerdings chancenlos sein. Nicht nur gegen Wuppertal, sondern auch in den darauffolgenden Partien gegen Duisburg, Lotte, Gütersloh, Oberhausen und Hohkeppel.
Gelingt es Düren, zu diesen sechs Spielen anzutreten, dürfte der Klub zumindest auf den sportlichen Klassenerhalt. Die 26 Punkte, die nach dem insolvenzbedingten Abzug von neun Punkten noch bleiben, könnten dafür sogar reichen. Denn durch den Rückzug von Türkspor Dortmund im März steht der erste Absteiger bereits fest - und nach dem 1. FC Düren am Montag wurde am heutigen Dienstag auch gegen den KFC Uerdingen ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Uerdinger fallen dadurch übrigens auf 15 Punkte und den letzten Platz, sobald der Abzug offiziell und in der Tabelle übernommen wird. Hinter den Wuppertaler SV. Der soll übrigens Ende April beim KFC antreten. Sagt zumindest der aktuelle Spielplan.
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