Lukas Podolski bedauert, dass Thomas Müller beim FC Bayern München Medienberichten zufolge keine Zukunft als Spieler mehr hat. „Am Ende ist es schade, dass ihm der Verein die Entscheidung abnimmt und nicht andersherum. Dass der Thomas Müller das nicht selber in der Hand hat, weil ich glaube, er hätte das verdient“, sagte der Weltmeister von 2014 am Rande der Baller League in Berlin über seinen früheren Mitspieler. Er kenne aber die Details der Vertragsgespräche auch nicht.

Müllers Vertrag beim deutschen Rekordmeister endet am 30. Juni dieses Jahres. Informationen der „Bild“ und des „Kicker“ zufolge soll der 35-Jährige bei den Bayern keinen neuen Vertrag bekommen. Müller, der 2000 in die Münchner Jugend wechselte und 2009 seinen ersten Profi-Vertrag dort unterschrieben hat, soll dem Vernehmen nach auf eine weitere Saison gehofft haben.

Müller gehört zu den Topverdienern im Verein, von 17 Millionen Euro pro Jahr ist die Rede. Das Salär entspricht aber nicht mehr seinen Einsatzzeiten und seiner sportlichen Bedeutung. Vereinsvertreter hatte zuletzt mehrfach betont, dass Gehaltskosten eingespart werden müssten. Dies dürfte nach den durchaus kostspieligen Vertragsverlängerungen von Jamal Musiala, Alphonso Davies und Joshua Kimmich in den vergangenen Monaten nun umso mehr drängen. Ob Müller den persönlichen Sparplan ablehnt oder ihn nicht in vollem Umfang mitgehen will, ist unbekannt.

Müller sei ein Spieler, der „alles mit dem Verein erreicht hat, der ein Gesicht des Vereins ist“, sagte Podolski. Der 39-Jährige sagte, dass verdiente Profis oft nicht genug honoriert würden. „Wenn immer nur an die Leute erinnert wird, wenn sie mal unter der Erde liegen, dass man sagen kann: Okay, jetzt wird plötzlich eine Straße nach einem benannt, jetzt wird plötzlich das Stadion nach einem benannt, die Tribüne“, sagte er. „Aber man unterschätzt oder vergisst es auch manchmal, Spieler, die aktuell auch da sind, zu honorieren und zu schätzen.“

„Thomas ist eine absolute Identifikationsfigur“, sagt Ex-Kapitän Lahm

Aus Sicht des früheren Bayern- und Nationalmannschafts-Kapitäns Philipp Lahm wäre der Müller-Abschied ein großer Verlust. „Der Verein lebt auch von Identifikationsfiguren. Thomas ist eine absolute Identifikationsfigur – für den Verein, für die Fans. Und ich glaube auch für die Mannschaft“, sagte der 41-Jährige bei der Verleihung der Sepp-Herberger-Awards der DFB-Stiftung in der Wolfsburger Autostadt.

„Am Ende muss auch der Spieler entscheiden, was er will: Ob er noch weiterspielen will oder nicht“, sagte Lahm. „Ich habe mit 33 Jahren aufgehört. Es war meine Entscheidung. Ich wollte aufhören. Aber das muss jeder für sich selber wissen. Da wäre es falsch, irgendjemand Ratschläge zu geben.“

Podolski, Lahm und Müller wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wurde Lahm unter anderem Organisations-Chef der Fußball-EM 2024 in Deutschland und wünscht sich auch für Müller später eine Funktion im Fußball. „Ich mag Thomas. Ich freue mich auch, wenn er irgendwann mehr Zeit hat, dass wir ihn häufiger auf dem Golfplatz sehen“, sagte Lahm. Aber „gestandene Spieler, die eine Nation und einen Verein so geprägt haben: Es ist doch schön, wenn die irgendwann wieder eine Funktion übernehmen. Es ist doch schön, wenn diese Spieler dem Fußball erhalten bleiben.“

„Thomas Müller verkörpert die Identität des Klubs“

Auch Torwart-Legende Sepp Maier sieht den möglichen Abschied von Müller kritisch. „Solche Spieler machen einen Verein aus, sie sind seine Seele – und genau diese Typen werden in der heutigen Zeit immer seltener“, sagte der 81-Jährige bei Sport1: „Mit ihnen verliert der Klub ein Stück seiner Seele. Er verkörpert die Identität des Klubs.“

Müller gewann mit den Bayern zweimal die Champions League, zwölfmal die Meisterschaft und sechsmal den DFB-Pokal. Mit seinen 742 Pflichtspielen (247 Tore) für die Münchner überflügelte er unter anderem auch Sepp Maier, der Weltmeister von 1974 kam auf 709 Einsätze.

Er hoffe, dass sich die Parteien doch noch auf eine Fortsetzung einigen, fügte Maier an. „Ganz nachvollziehen kann ich die Entscheidung nicht. Ein ziemlich bitteres Ende“, sagte er. An einen Wechsel Müllers ins Ausland glaube er nicht: „Thomas wird seine Karriere beenden. Was soll er in Amerika oder Dubai? Thomas gehört nach München – hier hat er seine Familie, seine Frau, die Pferde und alles, was ihn glücklich macht.“

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