Als Innenverteidiger zum Eckball: Nico Schlotterbeck übernimmt eine seltene Rolle - und ist damit im Bundesliga-Spiel gegen Mainz 05 äußerst erfolgreich. Er verhilft seinem BVB zum Sieg und bekommt viel Extralob.

Einen neuen Spitznamen hat Borussia Dortmunds neuer Ecken-Spezialist Nico Schlotterbeck noch nicht. "Ich bin nicht Thomas Müller, der so Wortspiele macht", sagte Karim Adeyemi auf die Frage, ob der Innenverteidiger jetzt nur noch "Schlotter-Eck" genannt werde. "Er hat im Training gute Ecken geschossen, im Spiel dann noch bessere."

Schlotterbecks Abwehrkollege Waldemar Anton verriet, dass auch die Mitspieler ihren Anteil an der Entscheidung für den neuen Schützen hatten. "Wir haben ein bisschen dafür appelliert, dass Schlotti den Ball mal schlägt, weil er einen guten Fuß hat und mit viel Zug zum Tor schießt", sagte er.

Gleich zwei Ecken Schlotterbecks führten beim 3:1 des BVB gegen den FSV Mainz 05 zu Dortmunder Toren. Und rief damit bei Trainer Niko Kovac Erinnerungen wach. "Der Trainer hat gesagt: 'Bei Bayern München hat mal ein linker Innenverteidiger gespielt, Holger Badstuber, der hat auch die Ecken geschlagen'", so Schlotterbeck. Badstuber war in der Jugend zum FC Bayern gekommen, spielte von 2009 bis 2017 für das A-Team, ehe er erst an den FC Schalke verliehen wurde und dann zum VfB Stuttgart wechselte. Zwischen 2010 und 2015 absolvierte er 31 Länderspiele für Deutschland.

Kapitän Emre Can und Stürmer Maximilian Beier trafen jeweils nach präzisen Hereingaben des Nationalverteidigers. Weil der Linksfuß auch kopfballstark ist, hielt er sich in der Vergangenheit als Zielspieler in der Mitte auf. Nun probierten die Dortmunder etwas Neues. "Schlotti hat es schon im Training richtig klasse gemacht. Viele haben sich, glaube ich, gewundert und die Augen gerieben. Aber das Ergebnis gibt uns recht - vor allem ihm", sagte Kovac. "Standardsituationen sind Teil des Fußballs, es war Zeit, dass wir dort mal Tore schießen." Dass sein bester Torjäger, Serhou Guirassy, mit muskulären Problemen ausfiel, steckte sein Team weg.

Startet der BVB eine Aufholjagd?

Daher galt das Lob nicht nur Schlotterbeck, sondern auch Beier. Dessen Leistung sei nicht nur wegen seiner beiden Treffer "sensationell" gewesen, lobte Kovac: "Dass wir mit Maxi zufrieden sind, sieht man. Er hat viel gespielt, weil er das im Training umsetzt, was wir möchten." Im Spiel ersetzte er den verletzten Torjäger Serhou Guirassy, mit Karim Adeyemi harmonierte er glänzend.

Es ist ein Sieg, der in der Fußball-Bundesliga noch wertvoll sein könnte - schließlich geht es für den BVB noch um die internationalen Plätze. Durch den Sieg verkürzte der BVB den Rückstand auf einen internationalen Rang auf vier Punkte. Die viertplatzierten Mainzer liegen sieben Zähler vor Dortmund.

Kovac mahnte jedoch, dass der Weg des BVB noch weit sei. Dortmund ist derzeit Zehnter. "Ich schaue so selten wie möglich auf die Tabelle", sagte der Trainer: "Wichtig ist, dass wir unsere Hausarbeiten machen." Leicht wird das nicht: Für Dortmund steht ein Auswärts-Dreierpack mit den Spielen in Freiburg, beim FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League und beim FC Bayern München an.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke