Die Zukunft von Thomas Müller sorgt für Gesprächsstoff. An diesem Sonntag hatte der „Kicker“ vermeldet, dass das Aus des Bayern-Urgesteins (seit 2000 im Verein, Vertrag bis 30. Juni 2025) beschlossen ist und der 35 Jahre alte Stürmer keinen neuen Vertrag mehr in München bekommen wird.
Nachdem sich Sportvorstand Max Eberl („Wir werden erst dann etwas verkünden, wenn es etwas zu verkünden gibt“) dann am Sonntagmittag im Gespräch mit der „Bild“ zum Vertrags-Poker um Müller äußerte, legt jetzt Lothar Matthäus nach.
Er sagte „Bild“: „Ich habe es schon vor drei Monaten gesagt: Für Thomas Müller ist es nicht befriedigend, nur noch für die letzten Minuten in Spielen wie gegen St. Pauli zu bekommen und in wichtigen Partien keine Rolle zu spielen.“ Gegen den Kiezklub war Müller am Samstag beim 3:2 in der 85. Minute für Harry Kane eingewechselt worden. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Müller zuvor bereits öffentlich geraten, seine Laufbahn zu beenden. Seine Rolle auf der Bank sei „seiner Karriere nicht würdig“.
„Das Festgeldkonto des FC Bayern wird immer weniger“
Matthäus äußert nun einen Verdacht. „Ich glaube, Max Eberl und Uli Hoeneß sprechen nicht alles ab. Es sieht so aus, als würde die Chemie nicht ganz stimmen, als sei es nicht so harmonisch in der Führung, wie man es sich in einem Unternehmen wünscht, dass der FC Bayern ja ist“, sagte der 64 Jahre alte Rekord-Nationalspieler. Er glaube, sagte Matthäus, „dass einiges nicht so im Reinen ist, wie es die sportliche Situation vermuten ließe. Es sind Unstimmigkeiten da, diese sind über die vergangenen Monate auch immer wieder nach außen gedrungen“.
In Hoeneß, skizzierte Matthäus, „brodelt etwas, das merkt man. Auch, weil er sich Sorgen um die Finanzen macht. Das Festgeldkonto wird immer weniger, damit ist er nicht zufrieden. Das wäre ich auch nicht, wenn ich als Vater Geld verdient hätte und meine Kinder verprassen es …“
Der Vertrag von Müller, der 2000 zur D-Jugend des Rekordmeisters wechselte, läuft im Sommer aus. Der Weltmeister zählt weiterhin zu den Topverdienern des Kaders, soll mit Prämien geschätzt bis zu 17 Millionen Euro verdienen können. Die Bosse sollen Müller klargemacht haben, dass sie weiterhin Gehälter einsparen müssen.
Matthäus, glaubt nun, dass Müller „vielleicht sauer ist, weil ein Gespräch zu wenig stattgefunden hat. Er liebt es, Fußball zu spielen, er möchte auf dem Platz stehen, wenn es um die Wurst geht: Damit kann er nicht zufrieden sein. Es ist sportlich nicht das, was es die letzten 17 Jahre war. Zudem muss Bayern auch Geld einsparen“.
Unter Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany zählt Müller nicht mehr zu den Leistungsträgern, kommt meist über die Joker-Rolle nicht hinaus. In der Bundesliga hat er in dieser Saison 862 Minuten auf dem Konto, im DFB-Pokal 135 Minuten, in der Champions League 263 Minuten.
Matthäus sagt dazu: „Mit verdienstvollen Spielern muss man offen und ehrlich umgehen. Das ist in der Vergangenheit nicht immer passiert, auch ich musste es am eigenen Leib erfahren – zum Beispiel bei meinem Abschiedsspiel. Bayern darf es auf keinen Fall verpassen, die Beziehung mit Thomas so zu pflegen, dass er später bereit ist einen wichtigen Posten im Verein zu übernehmen.“
Abschiedsspiel wurde Thomas Müller schon zugesichert
Die Bayern wollen Müller über seine Spieler-Karriere hinaus im Klub halten. Selbst eine spätere Führungsrolle, an die Müller herangeführt werden könnte, ist nicht ausgeschlossen. Ein Abschiedsspiel am Ende seiner Bayern-Zeit wurde dem Weltmeister von 2014 derweil schon bei den Vertragsverlängerungen in der Vergangenheit zugesichert.
Matthäus appelliert an den FC Bayern, „fair mit Thomas umzugehen. Aber Thomas sollte einen Punkt hinter seine Bayern-Zeit als Spieler machen. Er sollte ohne Groll zurückgucken, auch wenn er gern eine andere Kommunikation gehabt hätte. Ich rate Thomas, zwei Jahre in die USA zu gehen, den Horizont zu erweitern. Das tut ihm gut in seiner Entwicklung und kann ihn in die Position bringen, danach einen Posten beim FC Bayern zu übernehmen“.
Müller hat weiterhin Spaß am Fußball. Klubs aus der US-Liga locken ihn bereits seit Langem, ein Wechsel innerhalb der Bundesliga oder nach Saudi-Arabien ist kein Thema.
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