Beim FC Bayern wird nach der Saison im kommenden Sommer möglicherweise eine Ära enden: Thomas Müller wird in der nächsten Spielzeit kein Profi des FC Bayern mehr sein. Zumindest berichtet „Kicker“, dass der Klub dem 35-Jährigen keinen neuen Vertrag mehr geben wird.
Der FC Bayern möchte Müller demnach jedoch in anderer Funktion binden und halte ihm alle Türen offen. Zuvor hatten die „Sport Bild“ und „Bild“ über diese Tendenz im Fall Müller berichtet. Der aktuelle Vertrag des beliebten Weltmeisters endet am 30. Juni 2025.
Im „Bild“-Podcast „Bayern Insider“ wurde am Wochenende enthüllt, dass es in der Länderspielpause zwei Geheimtreffen der Bayern-Führung mit Müller über seine Zukunft gegeben habe. Tendenz: Kein neuer Vertrag. Die Entscheidung soll bald folgen und verkündet werden. Der Klub kämpft dem Bericht zufolge darum, in Zukunft Müller nach der aktiven Karriere einzubinden. Es soll noch ein Gespräch zwischen Vorstand und Müller geben, wohl in der kommenden Woche.
Max Eberl äußerte sich nun Sonntagmittag zum Bericht des „Kicker“, sagte der „Bild“: „Wie wir schon mehrfach gesagt haben, sind wir mit Thomas Müller, wie auch mit anderen Spielern, im Gespräch. Wir werden, wie in den letzten Wochen und Monaten auch, erst dann etwas verkünden, wenn es etwas zu verkünden gibt.“
Laut „Kicker“ soll es jedoch vor rund zwei Wochen ein Gespräch zwischen Eberl und der Spielerseite gegeben haben. In diesem soll Müller demnach die Klubentscheidung mitgeteilt worden sein. Müller hätte dem Vernehmen nach gern noch eine Saison dran gehängt. Nach dem 3:2 gegen den FC St. Pauli in der Bundesliga am vergangenen Samstag – Trainer Vincent Kompany wechselte Müller in der Partie ein – gab Müller keine Interviews im Stadion. Klubchef Jan-Christian Dreesen hielt sich bei Fragen zu der Personalie zurück, sagte lediglich: „Wir sprechen mit Spielern.“
Müller ist viel mehr als ein Spieler. Er ist eine Klublegende, ein Gesicht des Vereins, ein Sympathieträger, Liebling der Fans, ein Repräsentant des Klubs, der weltweit bejubelt wird. Müller hatte zuletzt Gespräche mit dem FC Bayern bestätigt, sich im Hinblick auf einen Zeitplan für eine Entscheidung diesbezüglich gelassen gezeigt und seine Freude am Fußball betont.
Doch für die Bayern gibt es auch wirtschaftliche Zwänge. Der Klub würde sich ohne Müller ein Jahresgehalt im zweistelligen Millionenbereich sparen.
Unter Trainer Kompany spielte Müller zuletzt recht wenig. Er gehörte in dieser Saison bislang achtmal zur Startelf, kommt auf 23 Bundesligaeinsätzen. Seine Scorerbilanz: ein Tor und fünf Vorlagen. In der Champions League startete er in zehn Einsätzen lediglich dreimal, traf zweimal und bereitete ein Tor vor. Seine Einsatzminuten: 862 in der Liga, im DFB-Pokal 135, in der Champions League 263.
Ob Müller, der 2008 unter Trainer Jürgen Klinsmann in der Bundesliga debütierte und unter dessen Nachfolger Louis van Gaal den Durchbruch schaffte, seine Karriere in einem anderen Klub fortsetzen würde, scheint offen. Zuletzt wurde über Interesse aus den USA berichtet. Im September wird Müller 36 Jahre.
Thomas Müller gewann zweimal die Champions League
Beim FC Bayern trauen sie Müller viele Funktionen in der Zukunft zu. Aus der Nationalmannschaft war Müller nach der EM 2024 zurückgetreten. 2014 gewann der mit Deutschland die WM in Brasilien, mit den Bayern triumphierte er zweimal in der Champions League und zwölfmal die deutsche Meisterschaft.
Für den FC Bayern würde es im Falle eines Endes des Bayern-Spielers Müller im kommenden Sommer darum gehen, der Vereinsikone einen würdigen Abschied zu gewähren. Alle rechnen damit, dass es in München ein großes Abschiedsspiel geben wird, sobald Müller seine Karriere beendet.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Müller kürzlich öffentlich ein Ende der Laufbahn als Spieler des FC Bayern nahegelegt – im Rahmen der Premiere der Müller-Dokumentation „Einer wie keiner“, die auf Amazon Prime läuft. Wertschätzung ist ein Wort, das in den kommenden Wochen im Fall Thomas Müller wichtig sein wird.
In dieser Saison hat Müller mit seinem Klub ein ganz großes Ziel: Den „Titel dahoam.“ Das Finale der Champions League steigt am 31. Mai im Münchner Stadion.
Julien Wolff ist Sportredakteur. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren aus München über den FC Bayern und die Nationalmannschaft. Mit Thomas Müller führte er zahlreiche Interviews.
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