Wenn es Zeit ist, auf die Monster-Bakken zu gehen, stehen selbst die tollkühnen Skispringer ehrfürchtig vor diesen Riesenbauten. Monster-Bakken – das sind Skiflugschanzen, die Weiten bis zu 250 Meter oder sogar etwas mehr erlauben. Und sie flößen nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Springern ordentlich Respekt sein. Der Deutsche Philipp Raimund beschloss jetzt, bei der traditionellen Saison-Abschluss-Party in Planica/Slowenien das Ungetüm vorerst nur von unten betrachten zu wollen. Sicherheit geht vor.

Bei Raimund ist es mehr als ein mulmiges Gefühl. Und dies hat nicht alleine etwas mit dem Skifliegen an sich zu tun: Der WM-Sechste aus Oberstdorf leidet wie der frühere Skispringer Andreas Wank unter Höhenangst.

„Normalerweise habe ich es unter Kontrolle und normalerweise ist es kein Problem beim Skispringen, aber von Zeit zu Zeit habe ich das Problem – vor allem beim Skifliegen –, dass mein Körper reagiert, ohne dass ich ihn kontrolliere“, schrieb der 24-Jährige in den sozialen Medien, um seinen Verzicht zu erklären. „Ich verliere die Kontrolle und für ca. 1 1/2 Sekunden beobachte ich nur mich selbst, während ich in der Kralle bin, die mich hält.“

Und wenn Skepsis oder gar Angst die Oberhand gewinnen, wird es gefährlich. Erst recht beim Skispringen, dann auch noch beim Fliegen, wo gewaltige Kräfte wirken. Es zeugt von Mut, sich das einzugestehen, tatsächlich nicht anzutreten und dies durchzuziehen.

„Wenn ich nicht weiß, ob ich immer noch der Pilot bin“

Wenngleich „95 Prozent“ seiner Sprünge von der Höhenangst nicht beeinflusst seien, wolle Raimund gerade in Planica kein Risiko eingehen, „wenn ich nicht weiß, ob ich immer noch der Pilot bin oder zumindest reagieren kann“. Weltweit gibt es lediglich vier Skiflugschanzen: in Vikersund (Norwegen), am Kulm in der Steiermark, in Oberstdorf sowie in Planica.

Der zweimalige Junioren-Weltmeister wolle sich nun die ersten drei Tage anschauen, „um ein Gefühl für alles zu bekommen, zuzusehen und zu lernen. Und vielleicht fliege ich am Sonntag.“ Denn dann steigt das Weltcup-Finale. „Aber ich werde nicht fliegen, wenn ich mich nicht bereit und glücklich dafür fühle.“

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