Es liegt quasi auf der Hand, dass Harry Kane und Thomas Tuchel gut zurechtkommen. Immerhin war es Tuchel, unter dem der englische Nationalstürmer beim FC Bayern trainierte und dort Tore am Fließband produzierte. Nun, da Tuchel Trainer von England ist, sind sie wieder vereint. Wie sehr dann aber Kane, Kapitän der Nationalelf, nach dem perfekten Einstand vom neuen Trainer schwärmte, überraschte dann doch.
„Thomas Tuchel ist fantastisch, es hat von Anfang an gepasst“, lobte der Angreifer der Münchner seinen früheren Vereinscoach am Montagabend. „Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er hat Leidenschaft reingebracht.“
Kurz zuvor hatten die Three Lions mit 3:0 in der WM-Qualifikation gegen Lettland gewonnen und damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Tuchel geholt. Zuvor hatte es ein 2:0 gegen Albanien gegeben. Das neue Team des 51-Jährigen befindet sich damit auf Kurs in Richtung Weltmeisterschaft 2026. „Ich bin sehr zufrieden mit der Einstellung, der Energie und dem Willen. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Tuchel. „Es war kein einfaches Spiel.“
So sehr Kane Tuchel auch lobte, von Kritik blieben der Coach und seine Mannschaft nicht verschont. So schreibt der „Daily Star“ von „schläfrigen Löwen“, die erst in den letzten 20 Minuten des Spiels gegen den 140. der Weltrangliste glänzen konnten. „England humpelt an schwachem Lettland vorbei“, führte die Zeitung aus. Auch die „Daily Mail“ hielt mit Kritik für die Leistung der Tuchel-Elf nicht zurück: „England war langweilig und aufgescheucht – wenig hat sich seit dem Abschied von Gareth Southgate verändert.“
Die „Sun“ titelte, dass das Traumtor von Reece James dem ehemaligen Bayern-Cheftrainer „die Schamesröte ersparte, als die Three Lions sich abmühten, den Außenseiter zu besiegen“.
„Irgendwann scheint es zu Spannungen zu kommen“, schreibt Lahm
Grundsätzliche Kritik gab es von Philipp Lahm, dem Kapitän der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 2014. In seiner Kolumne für „The Athletic“ schrieb er über Tuchel: „Egal, wo er gearbeitet hat, irgendwann scheint es immer zu Spannungen zu kommen.“
Der frühere Kapitän des FC Bayern merkte zudem an, dass Tuchel abgesehen von seiner Zeit beim 1. FSV Mainz 05 nirgends länger als drei Jahre geblieben sei. „Tuchel ist sehr viel fordernder und ein großer Perfektionist. Seine Tendenz zu Konflikten in der Öffentlichkeit könnte sich schadend auswirken“, schrieb Lahm.
Tuchels Status als Taktiker stehe zwar „außer Frage, aber er muss noch beweisen, dass er die Fähigkeiten hat, die er in seiner neuen Rolle braucht“. Lahm sieht Tuchel aber auch nicht auf verlorenem Posten. Tuchel könne, schrieb Lahm, in seine Rolle hineinwachsen.
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