A Aufgeben? Kapitulieren? Nein, dieser Gedanke kam Luciano Spalletti nicht in den Sinn. Italiens Nationaltrainer lobte trotz des mächtigen Dämpfers beim 1:2 (1:0) gegen Deutschland im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League den Charakter seiner Mannschaft und verkündete mit Blick auf die alles entscheidende zweite Partie an diesem Sonntag (20.45 Uhr, im Sport-Ticker der WELT): „Wir werden mit diesem Charakter noch stärker sein in Dortmund.“ Er werde am Samstag mit der Überzeugung nach Deutschland reisen, „dass wir ein gutes Spiel machen werden“.
Das gelang der Squadra Azzurra in Mailand nur in der ersten Hälfte, als sie verdient durch Sandro Tonali führte. Am Ende wurde der 66 Jahre alte Spalletti auch vom fast 30 Jahre jüngeren Julian Nagelsmann (37) ausgecoacht. Die Anpassungen des Bundestrainers im Spiel griffen mehr.
„Einige wenige Szenen haben zu dem Ergebnis geführt“, haderte Spalletti. Deutschland habe seine Chancen besser genutzt, bei den Kopfballtoren von Tim Kleindienst (49. Minute, 1,94 Meter groß) und Leon Goretzka (76. Minute, 1,89 Meter groß) hätten auch Größenvorteile, „ein paar Zentimeter“, eine entscheidende Rolle gespielt.
In Italien werden sie jetzt sicher an den WM-Triumph 2006 in Deutschland erinnern. Damals besiegte man im Halbfinale – in Dortmund – das DFB-Team durch zwei ganz späte Tore in der Verlängerung mit 2:0.
Ungewiss ist, ob Abwehrspieler Riccardo Calafiori im Nations-League-Rückspiel wieder dabei sein kann. Der 22-Jährige ist zumindest angeschlagen, wenn nicht verletzt. „Er hatte ein komisches Gefühl am Knie, er konnte es nicht genau beschreiben“, berichtete Spalletti besorgt. Auch die italienischen Kommentatoren sind nicht sonderlich hoffnungsvoll für den zweiten Akt. Die Pressestimmen.
Italien
„Corriere dello Sport“: „Italien hält eine Weile durch, Tonali täuscht Spalletti, dann schießt Deutschland in der zweiten Halbzeit zwei Tore.“
„Gazzetta dello Sport“: „Die Illusion währt eine Halbzeit: Tonali trifft, dann überholt uns Deutschland. . Die Deutschen hatten trotz der Abwesenheit von Havertz, Wirtz und Füllkrug mehr Qualität und vor allem mehr internationale Erfahrung: Kimmich und Goretzka zogen sie an, Nagelsmann stellte richtig um. Und dann fror das Meazza ein, weil der deutschen Mannschaft in der zweiten Halbzeit ein ungeahntes Comeback gelang.“
„Corriere della Sera“: „Um im Turnier unter die letzten Vier zu kommen, ist ein Kunststück in Dortmund nötig.“
„La Stampa“: „Am Sonntagabend in Dortmund dürfte es schon ein Kunststück sein, das 1:2 im Hinspiel des Viertelfinales zu kippen, wenn man bedenkt, wie sich die Azzurri von den Deutschen überholen und verspotten ließen, nachdem sie durch Tonali bereits nach neun Minuten in Führung gegangen waren.“
England
„Guardian“: „Deutschland schlägt gegen Italien mit Wucht zurück.“
„BBC“: „Deutschland kämpfte sich nach einem Rückstand zurück und gewann im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League erstmals seit 39 Jahren auswärts gegen Italien.“
Spanien
„Marca“: „Deutschland konnte seine Erfahrung und sein Können nutzen, um eine extreme Situation in Mailand zu meistern. Nagelsmanns Mannen, die ein frühes Tonali-Tor kassierten, blieben geduldig und überstanden die Gegenangriffe der Azzurri, um das Spiel zu drehen.“
„El Mundo“: „La Mannschaft war in ihrem brandneuen Retro-Trikot ins San Siro gekommen, um das 125-jährige Bestehen ihres Verbandes zu feiern. (...) Es war ein Sieg, der nach dem schweren Rückschlag bei der Europameisterschaft für frischen Wind sorgte.“
Frankreich
„L'Équipe“: „Deutschland stürzt Italien im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League.“
Schweiz
„Blick“: „Nagelsmann beweist goldenes Händchen.“
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