Als Mainz-Star Nadiem Amiri (28) nach dem 3:1 in Gladbach in die Mixed Zone kam, war er bestens gelaunt. Wieder einmal war der zentrale Mittelfeldspieler mit einem Tor und einer Vorlage der Matchwinner. Nach 25 Spieltagen steht der Klub sensationell auf Platz drei, dabei spielte das Team vor einem Jahr noch gegen den Abstieg. Amiri: „Das ist nicht normal. Das hat Mainz noch nie erlebt.“

Die Rheinhessen könnten diese Saison Geschichte schreiben. Die beste Endplatzierung der Klub-Historie erreichte Mainz 2010/11 unter Thomas Tuchel, wurde damals Fünfter. Jetzt ist erstmals in der Vereinsgeschichte die Qualifikation für die Champions League möglich.

Grundlage für das Mainzer Wunder sind drei Entscheidungen.

► Der Kauf von Nadin Amiri: Für eine Million Euro holte ihn Sportchef Christian Heidel im Winter 2024, gab ihm einen Vertrag bis 2026. Bei Leverkusen hatte der zentrale Mittelfeldspieler keine Chance mehr. Frankfurt und Stuttgart waren interessiert, Amiri Mainz sofort wieder abzukaufen. Doch unmittelbar nach Saisonende verlängerte der Deutsch-Afghane seinen Vertrag vorzeitig bis 2028, wurde zum Top-Verdiener. Die Verhandlungen dauerten nur zwei Tage.

Auch diese Saison wecken Amiris starke Leistungen Interesse. RB Leipzig etwa verfolgt die Entwicklung des fünfmaligen deutschen Nationalspielers genau. Gespräche hat es noch keine gegeben. Mainz will und muss ihn nicht abgeben. Auch Amiri scheint sich sehr wohl zu fühlen.

► Die Verpflichtung von Bo Henriksen: Im Februar 2024 schmiss Heidel Trainer Jan Siewert (heute Greuther Fürth) nach elf sieglosen Spielen in Folge raus und holte Bo Henriksen vom FC Zürich. Der 50 Jahre alte Däne schaffte den Klassenerhalt, sorgte mit seinen Läufen vor der Fankurve für Euphorie. Zwischenzeitlich fragten sich Beobachter, ob er lediglich ein guter Motivator sei. Mittlerweile hat er das Gegenteil bewiesen und hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2027 verlängert.

► Der Schachzug mit Jonathan Burkardt: Statt auf Größe, Kopfballstärke und Robustheit setzt Henriksen auf Schnelligkeit, Variabilität und Technik. Noch in der vergangenen Saison verbannte er die wuchtigen Angreifer Ludovic Ajorque (jetzt Stade Brest) und Karim Onisiwo (RB Salzburg) auf die Bank und stellte stattdessen Burkardt als Stoßstürmer auf. Burkardt traf in dieser Bundesligasaison bereits 14 Mal.

Jetzt heißt das Ziel Champions League. Amiri sagt: „Wir sind neun Spieltage vor Ende auf Platz drei. Wer am Ende dort nicht stehen will, hat hier nichts zu suchen.“

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) erstellt und zuerst in SPORT BILD veröffentlicht.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke