Wenn die Tage wieder länger werden und der Frühling zu spüren ist, greifen viele Menschen verstärkt zu Wischmopp und Staubwedel. Mit rund 47 Prozent plant fast jeder Zweite in Deutschland in den kommenden Wochen einen Frühjahrsputz, wie Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab.
Martina Schäfer, als stellvertretende Vorständin der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (DGH) praktisch qua Amt eine ausgewiesene Expertin auf diesem Feld, sagt, die meisten sähen das auch gar nicht als lästige Aufgabe, sondern hätten anschließend ein gutes Gefühl. „Die Sonne im Frühjahr bringt es gnadenlos an den Tag“, meint sie.
Schlieren am Fenster sind dann nicht mehr übersehbar, Staub tanzt in den Strahlen, Flusen haben sich unter dem Sofa angesammelt. „Mit dem Frühjahrsputz widmen wir uns den Ecken, die bei der Routinereinigung unterm Jahr nicht berücksichtigt werden“, sagt Schäfer, die als Haushaltsexpertin schon seit Jahren in der SWR-Fernsehsendung „Kaffee oder Tee“ auftritt.
Die Grundregel beim Putzen laute: „Immer von oben nach unten und von hinten nach vorn reinigen.“ Der Staub solle nicht bloß aufgewirbelt, sondern gebunden werden. Dafür eigneten sich „nebelfeuchte Mikrofasertücher auf den Oberflächen und Staubwedel aus Nylonfasern oder Straußenfedern“, so Schäfer.
Statt sich selbst abzumühen, beauftragen viele allerdings auch Profis. Darauf deuten Zahlen von Helpling hin, dem Marktführer in der Onlinevermittlung von Reinigungskräften oder Haushaltshilfen. Nach dessen Angaben steigt die Zahl der Reinigungsaufträge bei dem Unternehmen in den Monaten März und April.
Bundesweit sei im März bei den Einzelbuchungen ein Anstieg um zwölf Prozent zu verzeichnen, heißt es. Regelmäßige Buchungen stiegen um sechs Prozent, und mehr Haushalte beauftragten wöchentliche Haushaltshilfen.
Die Angaben beziehen sich auf Daten aus den vergangenen fünf Jahren. „Während der Frühjahrsputzsaison verzeichnen Fensterreinigungen die höchste Nachfrage“, erklärt Helpling-Managerin Elodie Maroune.
In mehr als vier Millionen deutschen Haushalten arbeiten Haushaltshilfen, wie das IW Köln unter Berufung auf Zahlen des Sozio-ökonomischen Panels berichtet. Im vergangenen Jahr seien aber nur rund 250.000 Haushaltshilfen regulär beschäftigt gewesen. Das sei ein Rückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Rund 3,7 Millionen Haushaltshilfen arbeiten demnach schwarz. Der geschätzte Umsatz durch Schwarzarbeit in diesem Bereich stieg 2024 auf rund 11,4 Milliarden Euro, von rund 9,8 Milliarden im Jahr 2022.
Haushaltshilfen haben volkswirtschaftlich jedoch auch deshalb eine große Bedeutung, weil sie viele Haushalte entlasten – und hier besonders oft Frauen. In Deutschland arbeiten knapp die Hälfte aller Frauen in Teilzeit.
Bei Müttern liegt die Quote sogar bei 67 Prozent. Das liegt vor allem an der Doppelbelastung: Nach wie vor übernehmen oft Frauen Haushaltsaufgaben, wie Studien zeigen.
Doch ganz gleich, ob putzen lassen oder selbst Hand anlegen: Der Umsatz mit Putz- und Reinigungsmitteln in Deutschland wächst langsam, aber beständig. Zu den bekanntesten Marken hierzulande gehören Frosch des Mainzer Traditionsunternehmens Werner & Mertz, Sagrotan – die zum britischen Hersteller Reckit gehört – und Ajax aus dem Hause des US-Konsumgüterkonzerns Colgate-Palmolive.
Die Putzmittel selbst kaufen die Verbraucher überwiegend in Drogeriemärkten, häufig aber auch beim Discounter. Zum Einsatz im Haushalt kommen sie bei den meisten Deutschen mindestens einmal die Woche.
Stephan Maaß ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Unter anderem berichtet er über Verbraucherthemen, Immobilien, Finanzen und Versicherungen.
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