Arsenals Meister-Coach Mikel Arteta hat auf eine der größten Sensationen in der Geschichte des englischen Ligapokals tief enttäuscht, aber auch gefasst reagiert. „Ein wirklich trauriger Tag für uns“, sagte der Trainer nach dem 3:5 nach Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen den Viertligisten Fleetwood Town. „Ich bin traurig. Ich glaube, wir sind alle traurig“, erklärte er.
Die beiden Vereine trennen normalerweise Welten. Zum Vergleich: Arsenals Kader hat laut dem Portal „transfermarkt.de“ einen Marktwert von 1,38 Milliarden Euro. Fleetwoods Spieler kommen zusammen auf 2,75 Millionen Euro. Und während die Gunners in der Premier League punktgleich mit Spitzenreiter Manchester City sind, ist Fleetwood Tabellen-18. in der 24 Teams umfassenden vierten Liga.
Arsenal-Trainer Mikel ArtetaWie bei den Topteams aus der Premier League im Ligapokal üblich, schonte Arteta eine Reihe von Stars. So fehlten Mittelfeldspieler Declan Rice, Verteidiger Gabriel Magalhães und Keeper David Raya im Kader. Prominent besetzt war die Startelf trotzdem, unter anderem mit dem deutschen Fußball-Nationalspieler Kai Havertz und dem schwedischen Angreifer Viktor Gyökeres.
Frage der Einstellung? Für Arteta nicht
„Wir tragen eine enorme Verantwortung, dieses Wappen bestmöglich zu repräsentieren“, sagte Arteta, der seinen Spielern zumindest bezüglich ihrer Einstellung keinen Vorwurf machen wollte. „Ich habe niemanden gesehen, der nicht das getan hat, was auf diesem Niveau erwartet wird“, sagte der Spanier und ergänzte: „Es lag nicht an Einsatz, Fleiß oder dem Willen, zu gewinnen, aber uns fehlten andere Dinge.“
Der 44-Jährige haderte vor allem mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft. „Wir haben uns so viele Chancen erarbeitet und diese nicht genutzt. Und dann werden die Unterschiede so gering“, äußerte Arteta und fügte hinzu: „Das ist das Schöne am Fußball. Das ist auch das Schöne an diesem Wettbewerb.“
Aaron Loupalo-Bi hatte die Gastgeber in der 21. Minute sensationell in Führung gebracht, Arsenals Gyökeres traf zum 1:1 (50.). Mit diesem Spielstand nach 90 Minuten ging es direkt ins Elfmeterschießen. Dort scheiterte Bruno Guimarães als einziger Schütze. In der Schlussphase war Gunners-Jungstar Max Dowman wegen einer Tätlichkeit auch noch mit einer Roten Karte vom Platz geflogen. Der 16-Jährige hatte seinen Gegenspieler nach einem harten Foul getroffen.
Fleetwood feiert
Während die Londoner Frust schoben, feierte der Außenseiter aus der Küstenstadt im Nordwesten Englands die Pokalsensation. Es sei der „größte Abend in der Geschichte des Klubs“, sagte Fleetwoods Trainer Matt Lawlor.
Bekannt war der Verein bislang als Station von Angreifer Jamie Vardy, dem früheren englischen Nationalstürmer, der mit Leicester City einst sensationell englischer Meister wurde. Vardy spielte in der Saison 2011/2012 in Fleetwood. Seit Dienstagabend ist der Verein nun vor allem für seinen Pokalcoup berühmt.
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