Es war ein peinliches Ausscheiden, das den deutschen Meister im Halbfinale des DFB-Pokals ereilte. Bayer Leverkusen schied beim 1:2 gegen Arminia Bielefeld am Dienstagabend verdient aus; der Drittligist hätte sogar höher gewinnen können. Schwächer als die Leistung der Leverkusener Spieler war nur die Analyse ihres Geschäftsführers. Fernando Carro hatte nämlich einen etwas eigenen Erklärungsansatz für das Scheitern seines Teams.

„Ich habe mich vor dem Spiel geärgert, dass nicht gewässert wurde. Das muss ich dem Rettig (Andreas Rettig, DFB-Geschäftsführer, Anm. d. Red.) sagen“, fluchte der 60-Jährige laut „Bild“ nach dem blamablen Ausscheiden. Der Rasen im Bielefelder Stadion sei für das Pokalspiel zu trocken gewesen. „Es war ein kollektives Versagen“, kritisierte Carro die eigene Mannschaft, um sich dann wieder seiner Rasen-Theorie zu widmen: „Trotzdem ärgert es mich, dass der Platz nicht gewässert wurde. Das ist eine Regularien-Sache. Da muss der DFB eine Strafe machen. Das geht nicht. Das kann man nicht akzeptieren.“

Allein aufgrund des sportlichen Kräfte-Unverhältnisses zwischen beiden Teams – Leverkusen stand unter den 16 besten Mannschaften der Champions League, Bielefeld spielt in der 3. Liga gegen die Reserve von Hannover 96 – klingen die Worte des Bayer-Geschäftsführers nach einer faulen Ausrede.

Bielefeld mit Wasser-Trick

Zur Erklärung: Auf einem frisch gewässerten Rasen läuft der Ball schneller; technisch versierter Mannschaften wie Leverkusen können dadurch im Spiel einen Vorteil haben. Die Bielefelder wünschten sich daher einen möglichst stumpfen Platz, um den Spielfluss des Meisters zu bremsen. Michél Kniat, Bielefelds Trainer, hatte schon kurz nach der Auslosung des Halbfinales gesagt: „Ich glaube, wir müssen jetzt einen Asche-Platz bauen, damit wir ein wenig bessere Chancen haben.“ Die Arminia handelte bei diesem Ansinnen regelkonform, Michael Mutzel erklärte das Vorgehen nach dem Triumph bereitwillig.

„Wir haben vor dem Spiel mit dem Schiedsrichter darüber gesprochen. Wenn der Platz am Morgen gewässert wurde, dann muss man ihn (direkt vor dem Spiel; Anm. d. Red.) nicht mehr wässern. Es reicht am Kalendertag“, so der Sportchef über die Bewässerungsvorgaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Wir machen das in keinem Ligaspiel. Deshalb haben wir gesagt: Warum sollen wir das heute machen? Dann haben wir ja einen Nachteil, wenn wir den Platz wässern“, so Mutzel.

Bielefelds Trainer Kniat konterte die Vorwürfe der Leverkusener deutlich knapper: „Das sind unsere Regeln hier.“

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