Der Superstar des FC Bayern war bester Laune. Harry Kane kam Samstagabend lächelnd aus der Kabine des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Münchner Stadion – soeben hatte er beim 3:2 (1:1) gegen den FC St. Pauli wieder für besondere Zahlen gesorgt.

Der Stürmer hatte das 1:0 erzielt (17. Spielminute) und hat damit in der Bundesliga jetzt gegen alle 19 Gegner getroffen, gegen welche er mit den Münchnern in seiner bisherigen Zeit im Klub spielte. Mit 22 Toren führt Kane die Liste der Liga-Torschützen an. „Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte, das war das Wichtigste. Das späte Gegentor und die Verletzung von Ito sind natürlich ärgerlich“, sagte Kane.

Und er sprach danach über die englische Nationalmannschaft, dessen Kapitän er ist. Der neue Nationaltrainer Thomas Tuchel, der Kane in der vorherigen Saison bei den Bayern trainierte, hatte kürzlich öffentlich mit Vorgänger Gareth Southgate und dem bisherigen Spielstil der Engländer abgerechnet. Es ging auch um die Leistungen bei der EM in Deutschland im vergangenen Jahr. England hatte es bis ins Finale geschafft, dies 1:2 gegen Spanien verloren – die Briten waren bereits während des Turniers für ihren Spielstil kritisiert worden.

„Wurde etwas aus dem Kontext gerissen“

Als Kane Samstagabend zu dem Thema Tuchel-Kritik gefragt, sagte er: „Vielleicht wurde es etwas aus dem Kontext gerissen. Ich denke, es gab Momente im Turnier, in denen wir nicht ganz so wie wir selbst aussahen, und ich denke, darauf hat er wahrscheinlich angespielt. Aber wir waren kurz davor, zweimal in Folge Europameister zu werden, und haben es letztendlich nicht geschafft.“

Kane sagte zudem: „Ich weiß, es wird Gespräche darüber geben, wie wir das schaffen können. Ich denke, Thomas weiß, was er ändern und was er beibehalten möchte. Wir haben mit England schon seit einiger Zeit ein gutes Umfeld aufgebaut. Wir brauchen kleine Veränderungen, die wir schon im letzten Trainingslager gesehen haben, um uns hoffentlich bei der WM durchzusetzen.“

Neben Kane traf gegen St. Pauli auch Leroy Sané, der Offensivstar erzielte zwei Tore (53. und 71.). Der Vertrag Sanés bei den Bayern endet im Sommer. Kane warb nach dem Spiel für einen neuen Kontrakt für Sané: „Es ist ja offensichtlich, dass ich mit ihm sehr gut harmoniere. Er hat großartige Qualitäten und angsteinflößende Fähigkeiten.“

Es sei ein Top-Spiel von Sané gegen St. Pauli gewesen und toll zu sehen, „wie er seine Chancen reingemacht hat. Er kommt oft in diese Positionen und war heute eiskalt vorm Tor, das brauchen wir. Es ist nicht meine Entscheidung, sondern die des Klubs. Aber ich mag es sehr, mit Leroy zu spielen und würde es lieben, wenn er bleibt.“

Julien Wolff ist Sportredakteur. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren aus München über den FC Bayern und die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen. Gegen den FC St. Pauli war er im Münchner Stadion.

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