In den letzten Monaten der aktuellen Saison müssen die Münchner ohne einen absoluten Leistungsträger auskommen. Linksverteidiger Alphonso Davies zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird lange Zeit ausfallen. Das gaben die Bayern am Mittwochmorgen bekannt.

Der Kanadier zog sich die Verletzung beim Länderspiel am vergangenen Sonntag gegen die USA (2:1) zu, Davies wurde bereits nach zwölf Minuten verletzt ausgewechselt. Große Sorge gab es da jedoch nicht. So sagte Kanadas Assistenz-Trainer Mauro Biello: „Ich habe nicht den vollständigen Arztbericht, sie untersuchen ihn noch. Ich denke, es war ein Schlag. Er hat etwas gespürt und wollte es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht riskieren.“ Und Klubchef Jan-Christian Dreesen erklärte gegenüber „t-online“: „Die Märzpause ist für die Klubs schon eine große Herausforderung, das muss man ganz klar sagen. Glücklicherweise gab es bei Alphonso Davies Entwarnung.“

Wegen anhaltender Beschwerden wurde Davies nun in München aber noch einmal eingehender untersucht. Dabei kam die für ihn und seinen Klub ernüchternde Diagnose heraus. Er wird noch am Mittwoch operiert.

Bei dieser Hiobsbotschaft blieb es aber nicht. Die Bayern teilten zudem mit, dass auch Deyat Upamecano ausfällt. Beim Innenverteidiger wurden freie Gelenkkörper im linken Knie festgestellt, wodurch er dem FC Bayern mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen wird.

„Bei Länderspielpausen besteht leider immer die Gefahr, dass Spieler verletzt zurückkommen – diesmal hat es uns besonders hart getroffen. Die Ausfälle von Alphonso Davies und Dayot Upamecano wiegen schwer für den FC Bayern. Phonzy wird auf seinem Weg zurück alle Unterstützung bekommen, die er braucht“, wird Sportvorstand Max Eberl in einer Mitteilung des Rekordmeisters zitiert: „Auch Upa werden wir in den kommenden Wochen eng begleiten und gehen davon aus, dass er uns bald wieder zur Verfügung steht. Unser Kader ist stark und wird diese Ausfälle auffangen. Wir werden jetzt noch enger zusammenrücken. Die Qualität ist da, um weiter unsere großen Ziele zu verfolgen.“

Davies ist auf der Linksverteidiger-Position unumstritten. Seine Schnelligkeit macht ihn enorm kostbar für die defensive Stabilität des Teams, insbesondere bei der Absicherung gegen Konter, die für den FC Bayern ob seiner dominanten Spielweise hohe Bedeutung hat. Zudem schaltet sich der Kanadier mit seinem Tempo auch immer wieder in die Angriffe der Mannschaft ein. Erst vor wenigen Wochen wurde der Vertrag des 24-Jährigen nach langen Verhandlungen bis zum Jahr 2030 verlängert. Real Madrid soll an einer Verpflichtung reges Interesse gehabt haben.

Nach Ansicht von Davies' Berater Nedal Huoseh hätte sein Klient gegen die USA gar nicht erst spielen dürfen. „Ich war überrascht, dass er anfing, denn er hatte mitgeteilt, dass er nicht in der Lage sei, zu beginnen“, sagte Huoseh der Mediengruppe „Münchner Merkur/tz“. Und weiter: „Eine Quelle innerhalb der CSA (kanadischer Fußballverband, d. Red.) sagte mir am Freitagabend, dass Alphonso nicht in der Startelf stehen würde, aber vielleicht ein paar Minuten bekommen würde. Ich habe ihnen gesagt, dass er überhaupt nicht spielen sollte.“

Huoseh kritisierte insbesondere Nationaltrainer Jesse Marsch, den früheren Coach von RB Leipzig. „Meiner Meinung nach hätte Jesse Marsch die Situation besser meistern müssen, das hätte man zu 100 Prozent verhindern können“, so der Berater. „Vor seiner Zeit in Kanada war Jesse Profi-Trainer auf höchstem Niveau und sollte genau wissen, dass man mit Spielern kein Risiko eingehen sollte, wenn sie einem sagen, dass sie nicht spielen können.“

Wer kann Davies beim FC Bayern ersetzen?

Nun müssen sich die Bayern um Ersatz auf dem Transfermarkt Gedanken machen – Davies dürfte auch zum Start der neuen Saison nicht zur Verfügung stehen, die Ausfallzeit bei einem Kreuzbandriss beträgt in der Regel mindestens ein halbes Jahr.

Für die laufende Saison gibt es im Kader vor allem zwei Optionen: Raphaël Guerreiro (31) ist ein erfahrener Linksverteidiger, der oft auch im Mittelfeld eingesetzt wird. Auch Verteidiger Hiroki Ito (25) könnte auf die linke Seite wechseln, der Japaner bringt jedoch deutlich weniger Durchschlagskraft mit als Davies.

„Wir zählen ihn zu den Charakteren in der neuen Generation unserer Mannschaft, die zunehmend Verantwortung übernehmen“, sagte Sportvorstand Max Eberl Anfang Februar im Rahmen der Vertragsverlängerung: „Er ist hier groß geworden, und er wird weiter mit dem Team wachsen.“

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