Dieses Interview stammt aus dem stern-Archiv und erschien zuerst im Februar 2023.
ADHS ist heutzutage fast jedem ein Begriff, aber nur die wenigsten wissen wirklich, was es damit auf sich hat. Wie kann man sich das Ganze vorstellen?
Es gibt zwei Subtypen der Erkrankung: ADS und ADHS. Das heißt, die bekannte Hyperaktivität ist bei manchen Patienten nicht vorhanden. ADS-Patienten leiden dann eher an Impulsivität oder einer Daueraufmerksamkeit. Das sind oft Menschen, die sehr fantasiebegabt sind. Das fällt von außen nicht so auf, wie der aktive Junge, der die ganze Zeit nur Blödsinn macht.
Sie sprechen von Jungs …
Ich sage bewusst Junge, weil der verträumte Subtyp bei Mädchen häufiger auftritt. Mädchen mit ADS sind häufig klug und können dadurch manche Defizite kompensieren. Sie kommen in der Schule in der Regel auch gut zurecht. Manchmal sind sie aufgrund ihrer schnellen Auffassungsgabe sogar unterfordert. Weil sie aber wenig Probleme machen, bekommen sie auch nicht die Förderung, die zum Beispiel der hyperaktive Junge bekommt, der sofort auffällt.

Das sind dann die Frauen, die erst als Erwachsene diagnostiziert werden?
Genau. Die Betroffenen merken häufig erst im späteren Verlauf ihres Lebens, dass ihre Biografie irgendwie brüchig ist, es beispielsweise immer wieder wechselnde Partner oder Berufe gab.
stern+ und Klassik Radio Select
statt 11,96 € nur 1 €
- Alles von stern+ mit erstklassigen Inhalten von GEO und Capital
- 4 Wochen testen, dann 2,99 € je Woche
- jederzeit kündbar
-
2 Monate Klassik Radio Select geschenkt mit 180 Musiksendern
Bereits registriert?
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke